Layout eines Fragebogens

geschrieben von  Alexander Raulfs
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    Umfragen sollten den Befragten möglichst in eine interessante und konzentrierte Situation der Kommunikation versetzen. Die Gestaltung von Fragebögen muss dabei unterstützend auf die Befragungssituation wirken, aber keinen Einfuß auf das Antwortverhalten der Probanden nehmen. Es bedarf daher einer gut lesbaren, übersichtlichen und selbsterklärenden Aufbereitung von Fragen, ohne vom Wesentlichen (z.B. durch Bilder oder visuelle Effekte) abzulenken. Das Layout weist aber eher für schriftliche Befragungen eine entsprechend hohe Bedeutung auf, denn bei mündlichen Befragungen sieht der Proband den Fragebogen gar nicht erst, nur der Interviewer muss sich gut innerhalb des Fragebogens orientieren können.

    Fragebögen sollten im Optimalfall auf den Probanden angenehm und sympathisch wirken, indem die Fragen und Antwortmöglichkeiten leicht zu erfassen sind. Dabei sollte eine wiederkehrende Gestaltungsstruktur definiert werden, indem zwar verschiedene Fragetypen unterschiedlich layoutet werden, dagegen gleiche Fragetypen auch das gleiche Aussehen aufweisen, das hilft den Probanden bei der Wahrnehmung von Fragen und deren Beantwortung. Während der Umfrage findet beim Probanden mit jeder Frage ein Lernprozess statt, wie der Fragebogen funktioniert, das über das Layout gesteuert werden kann. Verwirren Sie den Befragten daher nicht, mit immer wieder verschiedenen Designs innerhalb des Fragebogens, auch wenn der Fragebogen dadurch optisch langweilig wirkt.

    Beispiel eines Fragebogens für Online Umfrage

    Besonderheiten von Online-Fragebögen

    Bei Online-Fragebögen muss bei der Gestaltung ferner auf die technische Ausstattung der Nutzer besondere Rücksicht genommen werden. Beispielsweise sollte von einer zu hohen festgesetzten Bildschirmgröße abgesehen werden, womit einzelne Nutzer mit einer geringeren Bildschirmauflösung die rechten Spalten bei Fragen nicht lesen bzw. anklicken könnten, das zur Verzerrung der Studienergebnisse führt. Ein Online-Fragebogen muss dem technisch kleinsten gemeinsamen Nenner entsprechen, um keine Nutzer mit limitierter Computerausstattung auszuschließen.

    Die heutige Praxis bei Online-Fragebögen mit einer Frage pro Bildschirmseite entspricht zwar der wichtigen Anforderung hinsichtlich Übersichtlichkeit und optimierter Wahrnehmung der Fragen, aber aus meiner Erfahrung führt dieses zwangsläufig nicht zur besseren Datenqualität. Es sollte eher auf die Minimierung von Ladenzeiten des Fragebogens geachtet werden, indem kürzere Fragen auf einzelnen Seiten zusammengefasst werden könnten. Das Scrollen auf einer Fragebogenseite sollte möglichst vermieden werden, aber nie auf Kosten von unsinnigen Ladeprozeduren durch eine übertrieben Anzahl an Seiten pro zusammengehörenden Fragen und Antwortangaben, die die Geduld des technisch “langsameren” Internetanwenders strapaziert.

    Zur Motivation der Probanden eine Online-Umfrage auch zu beenden, empfehle ich nachdrücklich, den Frageumfang per Fortschrittsbalken anzuzeigen. Es sollte für den Probanden auf jeder Seite der Anteil an bisher ausgefüllten Fragen nachvollziehbar sein. Es darf nicht die Sorge beim Befragten aufkommen, das die Umfrage „kein Ende nimmt“, das würde eine erhöhte Anzahl an Abbrüchen während der Befragung provozieren.

    Gelesen 4752 mal Letzte Änderung am Samstag, 29 August 2015 12:10